Sprachniveau A1

Unterschiede, Bud Spencer und jeder ist ein Streber

Bevor ich mit meinem eigentlichen Blog beginne, möchte ich etwas bezüglich der letzten Posts mitteilen. Wie Du gemerkt hast, veröffentliche ich diesen Artikel etwas später als gewohnt. Das hat folgenden Grund. Ich hab es mir eigentlich zur Aufgabe gemacht, Freitags gegen 10 Uhr meinen Beitrag online zu stellen und das hat auch die ersten Male geklappt. Doch dann setzte ich mich mehr und mehr unter Druck, um die Frist, die ich mir selbst gesetzt habe, einzuhalten. Dass ich mehr auf Inhalt, anstatt auf Rechtschreibung und Grammatik geachtet habe. Dies hatte zur Folge, dass ich vermehrt auf meine Fehler aufmerksam gemacht wurde, als über den Inhalt zu reden. Nun habe ich mich dazu entschlossen, meine Erfahrungen bis spätestens Sonntag Abend zu veröffentlichen. Vorteil ist einfach, ich kann genauer meine Texte schreiben, kann mehr auf die Rechtschreibung und die Grammatik achten, sowie nach dem vorgefertigten Text noch eine paar Nächte darüber schlafen und ihn dann gegebenenfalls ändern, bzw. verbessern. Für die ganzen Fehler möchte ich mich entschuldigen und starte mit weniger Zeitdruck und mehr Genauigkeit durch. Jetzt aber viel Spaß bei meinem neuen Post.

Kursbeginn 19:30 Uhr. In den Nachrichten konnte man den ganzen Tag nur noch von den steigenden Infektionszahlen des Coronavirus hören. Dementsprechend waren scheinbar viele unserer Kursteilnehmer zur Vorsicht bereit und blieben dem Unterricht fern. Das bedeutete, dass wir sieben Schüler waren plus unsere Dozentin. Da so viele Menschen in so kurzer Zeit sich damit angesteckt haben, beschloss die Regierung, dass wir selbst im Unterricht die Maske tragen mussten. Dass bedeutete eine kurze Anwesenheitskontrolle. Hilfreich war, dass unsere Lehrerin uns langsam kannte. So wurde nicht mehr nachgefragt sondern einfach nur noch abgehackt.

Und so begannen wir mit der Kontrolle unserer Hausaufgaben, die ich – negativer weiße – erst Mittags in meiner Pause gemacht hatte. Die Aufgabe, die am einfachsten für mich war, bestand aus einem Lückentext, den ich fehlerfrei hatte. Da ich im Italienischen schon etwas gefestigter war, las ich den Text doch recht zügig durch und Frau Barile meinte, dass ich den Kurs bereits belegt hatte und daher etwas geübter sei. Daher rief eine Klassenkameradin aus Spaß „Streber“ in meine Richtung. Gefolgt von den Artikel, bei denen ich immer noch zu kämpfen habe. Obgleich der Merksatz doch recht einfach ist, muss man da auf so viel achten. Danach waren nur noch ein paar Matheaufgaben an der Reihe, die ich bis auf einen Fehler alle richtig hatte. Ohne mich heraus reden zu wollen, hatte ich nur zwei italienische Zahlen vertauscht, womit es sich erklären konnte, weswegen ich falsch gelegen war.

Der Unterricht mit dem Übungsblatt oben rechts

Unsere Lehrerin teilte dann eine Übung aus, um die Zahlen zu wiederholen. Die Aussprache und die richtige italienische Ziffer sollten damit geübt werden. Wir arbeiteten nun in zweier Gruppen. Wir mussten unserem Gegenüber die Nummer auf italienisch sagen und er hatte dann die Punkte zu den richtigen Ziffern zu verbinden. Das hat der Gruppe sehr viel Spaß gemacht und es kamen teilweise Kunstwerke heraus, die einen Picasso grün vor Neid hätten erscheinen lassen. Nachdem ein Team in sehr kurzer Zeit sich meldete, um uns damit zu zeigen, dass sie bereits fertig waren, hatten wir neue Streber in der Klasse, dass wir ihnen zugleich mitgeteilt hatten.

Nachdem unsere künstlerische Tat erledigt war, bekamen wir einen Dialog vorgespielt. Wir kamen einem italienischen Unterhaltung spürbar immer näher und fanden heraus, dass es sich inhaltlich um Adressen handelt. Wir konnten erlernen, wie man eine Adresse angab, nach ihr fragte und die dazugehörige Telefonnummer erfuhr. Eine Kapitelabschließende Übung bestand darin, eine Email zu verfassen. Ziel war es, einer Gastfamilie eine Email zu schreiben, in der wir uns selbst vorstellten, nach deren Wohnadresse nachfragten und uns an einen festen Tag ankündigten. Zu dumm nur, dass ich es völlig überlesen hatte, dass ich mich wirklich vorstellen sollte, also übernahm ich den Vordruck aus dem Buch, veränderte den Satz etwas und fühlte mich sicher, mit dem was ich geschrieben habe. Während des Vergleichs anderer Kursteilnehmer stellte ich fest, dass ich meiner Aufgabe nicht wirklich nachgekommen war. Aber es hat mich total überrascht, wie fit meine Klassenkameraden sind, die ihre Email um einiges länger und viel Inhaltlicher formuliert hatten. So fanden wir auch heraus, dass es im italienischen scheinbar kein „am“ gibt, wie zum Beispiel: „Ich komme am Montag.“ Eine Lernende schnappte sich ihr Lexikon und versuchte durch neue Wörter eine besonders gute Email zu schreiben, was ihr auch durchaus gelungen ist und ihr aber auch somit den Ruf des neuen Strebers einbrachte.

Am Ende jeder Einheit, stellt das Buch ein paar Informationen über das Land zur Verfügung. Über die Inseln, den Farben, den Seen bis hin zu Musiker, Sänger und Athleten, was uns zu Bud Spencer brachte. So erfuhr die Gruppe, dass Bud Spencer Italiener war. Nicht nur, dass er Profi-Schwimmer war, sondern auch, dass er als Wasserballspieler in der italienischen Olympia Mannschaft mitgewirkt hatte. Dass sein echter Name Carlo Pedersoli war und einen Pilotenschein hatte. Auch gründete er eine Fluglinie und war Erfinder. Wir besprachen auch ein paar seiner Erfindungen, die mir aber – obwohl trotz großer Begeisterung für diese Legende – nicht einfallen wollen. Und so übernahmen Christian und ich für kurze Zeit den Unterricht, um unsere doch etwas überraschten Teilnehmer in einem kleinen freundschaftlichen Wissensbattle zu informieren, wer dieser Mann – neben seinen Filmen – war, machte und konnte. Was für mich aber am seltsamsten war, ist die Tatsache, dass unsere italienische Lehrerin nicht wirklich wusste, wer dieser Allrounder wirklich war, obgleich er doch aus dem selben Land kommt. Jedoch erklärte uns Christian dann, dass sein Erfolg größtenteils im deutschsprachigen Raum sei, da die Filme aufgrund der Synchronisation erst so richtig beliebt waren und im Original nicht so lustig. Dann fiel uns noch ein, dass es in Italien scheinbar mehrere Arten von Polizisten gibt. Von Calabinieri bis hin zur Polizia gibt es scheinbar mehrere Einrichtungen, die mir jetzt immer noch nicht klar sind und das trotz intensivsten Erklärungen. Eine in Italien lebende Bekannte antwortete auf die Frage, welche Polizei denn genau was mache mit folgender Aussage

Wenn du in Italien bist und dir passiert etwas, ob du jetzt einen Unfall baust, ausgeraubt wirst oder du feststellst, dass jemand das Land terrorisieren möchte, wähle einfach die 112 oder die 113. Wenn du dene am Telefon sagst, was los ist, schicken sie schon die richtige Truppe raus.

Facebook Bekannte

Nachdem wir die Flut an Informationen über diesen liebevollen, doch leider bereits verstorbenen Menschen beendeten, richtete sich unser Augenmerk wieder in unser Schulbuch, indem wir erneut die Aussprache übten. Gerade da sehe ich noch meine Schwierigkeiten. Hört sich doch das Tsch in Tschüss und das Ge in Gentlemen so ähnlich an, dass ich es regelmäßig Probleme habe, die Aussprache richtig zuzuordnen. Auch die im Anschluss folgenden Übungen waren für mich mehr Qual als hilfreich. Meine Entscheidungen, in welche Spalte die Wörter kamen, glich mehr einem Glückspiel und oft genug lag ich richtig. Aber das war mehr Glück als Wissen. So werde ich mich da wirklich nochmal genauer dahinter setzen müssen. Eventuell mir auch eine kleine Liste zusammen schreiben, wie man was genau ausspricht. Wobei ich mir selber denke, in ein paar Jahren, wenn ich die Sprache besser beherrsche, wird es von alleine in Fleisch und Blut übergehen, oder ich spreche dann mittlerweile so gut, dass man da nicht mehr so genau drauf achtet.

Wir näherten uns mit großen Schritten dem Ende des Unterrichts und so rekapitulierten wir, was wir bis dato gelernt hatten. Nach Namen, Wohnort, Adressen und Telefonnummern fragen, war nun kein Problem mehr. Auch warum wir italienisch lernen wollen und nach den Sprachkenntnissen nachfragen, stellte für uns nun keine Hindernisse mehr dar. Mit kleinen Fehlern wie den Artikeln oder der Aussprache haben wir das alles sehr gut gemeistert. Doch bevor wir nun die Hausaufgaben erhielten, teilte die Lehrerin uns eine Art Test aus. In dem ich, sagen wir mal, mit einer zwei abgeschnitten hätte, denn von den 16 Fragen waren nur zwei falsch. Durch die Seitenzahl, fand ich heraus, dass die Dozentin die Prüfung aus dem Übungsbuch, dass ich mir damals dazu bestellt habe, kopiert hat und holte es hervor. Schon hörte ich von der linken Seite, sie habe das Buch auch, weswegen ich konterte, dass ich doch nicht der Streber sei, den man mir Anfangs zustecken wollte.

Kurz vor Schluß gab uns unsere Lehrerin die Hausaufgaben wie folgt auf:

Ihr macht im Buch bitte die Seite 123, Nummer 20 und … ja … wiederholt einfach alles, was wir bis heute gemacht haben.

Angela Barile

Nachdem in Bayern nun Herbstferien sind, hatten wir mehr als genug Zeit, all das zu lernen, zu wiederholen und zu üben, womit wir Schwierigkeiten haben. Bevor wir gingen, gab ich zwei meiner Studienkollegen einen Zettel mit dem Link zu Verena’s Youtube Kanal und der Adresse meines Blogs. Von den Schülern weiß niemand, dass ich diesen Blog schreibe. Ich bin gespannt, ob sie es lesen und was sie, wenn es ihnen denn auffällt, davon halten. Bis zum nächsten Unterricht am 12. Oktober bin ich also gut beschäftigt.

Eine toller Unterrichtsstunde ging zu Ende. Etwas kleines dazugelernt und nach langer Zeit das Kapitel abgeschlossen. Nach den Ferien beginnen wir dann mit Kapitel 2. Doch, wird es wirklich einen neuen Unterricht geben? Ich bin etwas verunsichert. Meine Befürchtung ist, dass die Zahlen der positiv getesteten Personen weiter steigen anstatt zu sinken und das Kultusministerium die Schulen schließt. Würde dies passiere, wäre auch unser Unterricht beendet und mein Projekt erst einmal Still gelegt. Hoffen wir alle auf das Gute, dass wir in aller Ruhe weiter machen können. Ich habe auf meinem Weg zur italienischen Sprache eine winzige erste Etappe erreicht. Das erste Kapitel und blicke kurz zurück, wie weit ich gekommen bin und was ich alles erlebt habe. Die Gruppe mag zwar kleiner werde, aber der harte Kern ist immer da und so freue ich mich darauf, alle wieder zu sehen und in die neue Unit einzutauchen, nur hoffe ich, dass ich bis dahin die Aussprache der Tsch und Ge beherrsche und den Trick mit den Artikel endlich mal so gut gelernt habe, dass er in Fleisch und Blut über gegangen ist.

2 Kommentare

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    Manuela

    Na ihr seid ja schon weit gekommen wenn ich das so lese. Ich finde Sprachen einfach immer wieder faszinierend. Irgendwann hat man auch sämtliche Regeln etc. Im Griff und wendet sie automatisch an. Ich habe nie die italienische Schule besucht aber beherrsche die Sprache sehr gut und dennoch passieren mir Fehler 😁 und aus diesen lerne ich dazu und freue mich über jedes weitere Wort das ich dazulerne. Vielleicht kannst du uns beim nächsten mal ein paar Auszüge auf italienisch in den Beitrag packen. Fände z.B interessant wie die Mail an die Gastfamilie geschrieben wurde 😊 ach ja und was die Rechtschreibfehler und Grammatikfehler in deinem Beitrag betrifft. Klar ist fehlerfrei schöner, aber finde nicht schlimm wenn sowas vorkommt.

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      Dominik Riemer

      Hallo Manuela!
      Nunja, es ist das erste Kapitel in unserem Buch. Ich finde es gut, dass exakt nach dem Ende des ersten Kapitels Ferien sind, so haben wir Zeit das gelernte nochmal zu üben und zu festigen. Das hoffe ich auch, dass das von alleine geht und das hoffentlich auch sehr sehr bald. Wahrscheinlich alles Übung.

      Ich gehe natürlich sehr gerne auf Deine/Eure Wünsche ein und werde es auch nach der nächsten Unterrichtsstunde gleich mit einfügen. Was wohl eher lächerlich gewesen wäre, denn die vier Sätze, die ich da geschrieben habe, hätten es nicht raus gerissen.

      Wenn es mal passiert, sagt kein Mensch was, aber wenn das nahezu bei jedem Artikel passiert, sollte man doch wohl eher erst die Muttersprache lernen, bevor man sich dann an einen fremde Sprache wendet. Aber ich bin ja jetzt schon auf einem guten Weg.

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